Mit den Ohren zielen 

"Ein scharfes Aug´ zum sich´ren Schuß.." - diesen Teil zahlreicher Schützensprüche widerlegen blinde und hochgradig sehbehinderte Sportschützen nun seit vielen Jahren. Denn optisch-elektronische Zieleinrichtungen, die wie ein Zielfernrohr (siehe Bild) auf das Luftgewehr montiert werden, ermöglichen es diesem Behindertenkreis,     damit Schießsport zu treiben. Die ruhige Hand, die man in eben den       eingangs zitierten Sprüchen den Schützen noch dazu wünscht, ist        verständlicherweise auch für Blinde unabdingbar. Denn - unbeschadet      des körperlichen Behinderungsgrades - sollten Körper und Geist  durchtrainiert sein, will man ein gutes Ergebnis erzielen. 

                    

Zwei -unterschiedlich arbeitende - Zielsysteme, die von einem österreichischen sowie zwei schwedischen Herstellern vertrieben werden, ermöglichen es dem blinden Sportschützen, zu zielen. Alle benötigen eine elektrische Spannung von 9 Volt, die über extern an eine Stromquelle anzuschließende Netzteile erreicht wird. Eine Fotozelle nimmt die von der Scheibe reflektierten Lichtwellen auf. Die Elektronik wandelt sie in Tonfrequenzen um, die per Kopfhörer wahrgenommen werden. Das österreichische Swarovski-System reagiert auf Scheiben, deren Ringe unterschiedlich von dunkelgrau bis weiß - farblich abgestuft sind. Die schwedischen Produkte von KEAB oder Johansson sind zur Verwendung der herkömmlichen Luftpistolenscheiben geeignet. In jedem Fall müssen die Scheiben mit Spot-Leichten angestrahlt werden, um eine hohe Reflexion und damit eine gute Zielgenauigkeit zu erreichen.

Der (bei offiziellen Wettbewerben vorgeschriebene Assistent hilft dem Blinden in vielerlei Hinsicht. Es ist nicht nur aus Sicherheitsgründen erforderlich, sondern übernimmt Funktionen des sehenden Auges (z. B. das Einnehmen der richtigen Schießstellung oder die Trefferansage).      

Sportschießen - für Blinde bedeutet das derzeit konkret  Luftgewehrschießen, Scheibenentfernung 10 m - ist altersunabhängig. Es wird auch von Mehrfachbehinderten, wie beispielsweise von Rollstuhlfahrern, ausgeübt. Es dient als Freizeitvergnügen ebenso wie als Leistungssportart, einzeln oder in Mannschaften - bis hin zu (inter)nationalen Meisterschaften.

        

Und da die sachgerechte Ausübung grundsätzlich auf behördlich zugelassenen Schießständen eines Vereins erfolgt, darf der integrierende Nebeneffekt nicht vergessen werden.

Kontaktadresse: Joachim Schirmer, Bergstr. 10, 96332 Pressig, Tel./Fax: 09265 / 1711. Korrespondenz kann sowohl in Schwarz- als auch in Punktschrift oder per Kassette erfolgen.